Tasche-unten Ich nähe gerade weiterhin sehr viel Lederwaren, die meine Familie ständig bei mir bestellt. Als neulich meine Eltern eine alte Ledercouch ausmusterten, bekam ich den Lederbezug zur Verarbeitung, verbunden mit dem Wunsch nach einer Handtasche.

Leider ist das Couch-Leder recht dünn. Damit eignet es sich zwar hervorragend für Dinge wie Hipster-Turnbeutel, aber nicht wirklich für Handtaschen. Im Gegensatz zur Auftraggeberin bin ich daher mit dem Ergebnis nicht allzu zufrieden. Das Problem ist, dass sich beim Nähen des Leders mit der Nähahle bzw. beim Festziehen der Fäden das Leder leicht zusammen zieht. Daher ist es auf der Rückseite leider leicht knautschig geworden.

 Was man braucht:

Die Tasche ist mit der Hand genäht. Dafür braucht man eine Nähahle, die man im Internet ganz einfach für 15-20 Euro bekommt und passendes Ledergarn, in diesem Fall in weiß. Das Garn ist gewachst und besonders stabil. Ich kaufe mein Lederbedarf übrigens meistens online beim Lederhaus. In Hamburg gibt es mit Leder Dettmar in Altona einen Fachhändler für Lederbedarf. Außerdem benötigt man Lederkleber (in meinem Fall Kövulfix)

Das Leder stammt wie erwähnt von einem alten Sofabezug. Man braucht zunächst zwei rechteckige Stücke in etwa 50x40cm. Eines der beiden ist jedoch in der Ausgangslage größer, nämlich etwa 65x40cm Für die Zwischenstücke habe ich aufgrund meines Rohmaterials drei einzelne Stücke genommen, Das Bodenstück ist entsprechend 50×10 Zentimeter, die beiden Seitenteile etwa 45×10 Zentimeter.

Um der Tasche etwas mehr Stabilität zu geben wurde sie mit Filz verstärkt.

Ausgangsmaterial

Wie es geht:

Zunächst habe ich das große Frontstück etwas oberhalb der Mitte zerschnitten in leicht dreieckiger Form. Die beiden Stücke habe ich dann etwa 7 Zentimeter versetzt wieder zusammen genäht. Dadurch habe ich auf der Innenseite eine kleine Innentasche geschaffen.

Zweigeteiltes-LEderDie Nahtstellen werden immer erst mit dem Kövulfix Kontaktkleber verklebt und erst dann vernäht. Dafür zeichne ich mir mit einem weißen Buntstift die Einstichlöcher im ungefähren Abstand von einem Zentimeter vorher an. Man sticht dann die Ahle mit dem Faden hindurch und zieht das eine Ende des Fadens komplett durch. Dieses fädelt man dann in eine normale Nähnadel der etwas dickeren Sorte. Nun sticht man mit der Nähahle in das nächste Loch, zieht selbige ein wenig zurück, so dass an der hinteren Seite eine kleine Schlaufe entsteht und dann zieht man die Nadel mit dem zweiten Faden durch. So näht man alle einzelnen Nähte. Ist man am Ende angekommen, zieht man den Faden aus der Ahle und kann die Nähte noch vernähen, indem man mit einer normalen Nadel (ich nehme meist eine dünne Wollnadel) den Restfaden durch die vorhandenen Löcher zurück näht. So kann man bei besonders wichtigen Nähten auch die komplette Naht doppelt nähen.

Nachdem man die kleine Tasche genäht hat, sollte man zunächst den Filz gegen die Wände, also die beiden großen Teilstücke kleben und anschließend mit schwarzem Faden (in meinem Fall, weil weitgehend unsichtbar auf schwarzem Leder) vernähen.

Den Boden habe ich übrigens vorsichtshalber aus zwei Schichten Leder genäht, die ich einfach aufeinander geklebt habe.

Boden-eingenäht

Ist der Filz am Leder, kann man die beiden großen Stücke an den Boden nähen. Dafür klebt man die Kantenstücke aufeinander, so dass die Kanten nach außen zeigen, da wir in diesem Fall mit einer sichtbaren Naht nähen. Dann werden die Kanten miteinander vernäht.

Für die Seitenteile schließlich schneidet man die entsprechenden Lederstücke ein wenig rund an den Kanten und klebt sie erst unten und an einer Seite ein und vernäht diese, bevor die dritte Seite dran kommt. Wenn nun oben mal etwas an der Seite über steht, kann man es einfach abschneiden oder umnähen, daher sollte man ruhig die Seitenteile etwas länger abschneiden.

Tasche-innen

Die oberen Kanten habe ich etwas umgeklebt und dort dann die Henkel installiert. Dafür habe ich in den Umschlag ein kleines Loch geschnitten und dort den Lederriemen rein gesteckt. Das muss dann entsprechend viermal gemacht werden. Außerdem habe ich Magnetverschlüsse an den Kanten außen angebracht, damit man die Tasche etwas schließen kann. Schließlich kamen an die Riemen noch Schnallen, um die Länge verstellen zu können.

Fertig.

Tasche-am-Arm

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