Rucksack-Rücken-neu
Ich bin in letzter Zeit total im Lederfieber und nähe so viel, dass ich mit dem Bloggen gar nicht nach komme. Ein Highlight meiner langen Bastlerkarriere ist sicher dieser schicke Rolltop-Rucksack, den ich für meine Schwägerin genäht habe. Den ausführlichen Bastelbericht lest Ihr nach dem Klick.

Was man so braucht:

Zum Ledernähen braucht man ein bisschen Spezialwerkzeug, das zwar nicht ganz billig ist, aber sich durchaus lohnt und das man sich auch durchaus leisten kann, wenn man etwas spart. Das Leder selbst ist auch nicht ganz billig. Von der schwarzen Lederhaut, aus der dieser Rucksack besteht, hätte ich etwa zwei bis drei von den Teilen nähen können. Sie hat mich 55 Euro gekostet auf eBay, was einen Materialwert von etwa 20 Euro ergibt, nur für den Rucksack. Der Materialwert für den gesamten Rucksack beläuft sich auf etwa 60 Euro.
Als Werkzeug braucht man eine Nähahle mit einer dicken Ledernadel, die eine Öse an der Spitze haben sollte. Auch ein Kopierrad ist wichtig, damit man gleichmäßige Lochabstände hinbekommt. Ich habe außerdem mittlerweile eine Art Stanzkamm, der aussieht wie eine Gabel, also vier gleichmäßige Zacken hat, um die Nahtstellen vorzuprägen. Dann ist noch spezielles, gewachstes Ledergarn wichtig und natürlich Lederkleber von Kövulfix. Ein Metalllineal, ein Stück Kreide und eine scharfe Schere sind auch nicht zu verachten.

Die Grundtechnik des Ledernähens ist hier zu sehen, alles andere ist Übung.

Wie es geht:

Ich werde hier jetzt leider nicht 1 zu 1 schreiben, was ich wie in welcher Reihenfolge gemacht habe, weil ich mich da so genau auch gar nicht mehr dran erinnern kann. Bevor man aber so ein feines Rucksäckchen näht, sollte man sich ein Schnittmuster basteln, mit dem man etwas experimentieren kann, wie die einzelnen Teile zusammen passen. Das mache ich gerne mit dickem Packpapier.
 Dann zeichnet man die verschiedenen Teile auf das Leder und schneidet sie aus. Mein Rucksack besteht aus zwei Haupt-Teilen, eines davon ist etwa 15 Zentimeter breit (Rückenteil), eines etwa 10 Zentimeter breiter, also 25 Zentimeter. Die beiden Hauptteile werden auf links zusammen genäht, so dass die Nähte nachher innen liegen.
Der Boden ist am Schwierigsten zu bauen. Damit man einen Boden hinbekommt schneidet man an beiden Seiten des unteren Endes des breiteren, äußeren Teils jeweils 5×5 Zentimeter messende Quadrate ab. Damit ist das Ende dann genauso breit wie das Ende des Rückteils.

Leder-Ecken-Ausschnitt-unten

Dieses Ende des oberen Teils näht man dann auf das Ende des unteren (Rücken-) Teils. Das Rückenteil habe ich für mehr Stabilität vorher inklusive des Bodens mit Filz verstärkt. So besteht der Boden nachher aus drei Schichten, einer Filzschicht und zwei Schichten Leder. Dadurch ist er schön stabil.

Boden-genäht

Dann muss man die Kanten zusammennähen und anschließend die Seiten, die ich doppelt genäht habe, allerdings nur in einer Naht, indem ich die Löcher quasi zweimal benutzt und einmal hin und wieder zurück genäht habe. Oberhalb des Bodens habe ich je zwei Dreiecke auf jeder Seite eingenäht, jeweils doppelt gelegt, die nachher als Halterung für die Schulterriemen dienen. Die oberen Kanten habe ich umgenäht, was schick aussieht, da die raue Seite so am oberen Ende nachher außen ist.

InnenfilzNachdem ich auf Links alle drei Seiten zusammengenäht hatte, habe ich den Rucksack auf rechts gedreht. Dann habe ich ein Stück Leder als extra Tasche außen drauf genäht, die mit einem Reisverschluss versehen und mit Filz gepolstert ist.

Rucksack-roh-sackRucksack-im-Bau

Dann ging es an die Halterungen für die Riemen. Dafür habe ich ein Stück Gurt, das ich auch für die eigentlichen Schulterriemen verwendet habe, am oberen Ende der Rückseite aufgenäht, zunächst nur an den beiden Seiten. Die Halterungen für die Ringe, an denen wiederum die Schultergurte befestigt wurden und den Tragegriff sowie den Verschlussgurt habe ich dann jeweils unter diesen oberen Gurt geschoben und festgenäht. Als Verschlussgurt dient ein alter Gürtel, bei dem ich die Schnalle als Verstellmechanismus mit genutzt habe.

Alter-Gürtel

Auf der Vorderseite habe ich einen zweiten Trageriemen angenäht, so dass man den kleinen Rucksack auch als Handtasche herumtragen kann.

Zum Schluss näht man noch einen Reisverschluss auf die Vorderseite des Rucksacks und den Verschlussriemen denn den Rucksack kann man einfach mit einem Reisverschluss auf und zumachen. Und dann muss man nur noch die Schulterriemen in die Dreiecke auf der Rückseite oberhalb des Bodens einnähen.

Fertig ist der kleine Mädchenrucksack aus schickem schwarzen Leder. Ich bin mir bewusst, dass diese Anleitung nicht die beste ist, aber ich hoffe, Ihr bekommt das trotzdem irgendwie hin. Es gibt im Netz ansonsten noch einige andere, bessere Anleitungen zum Rucksackbau!

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