Kameralampe DIYEine Arbeitskollegin brachte mich auf die Idee, aus einer alten Spiegelreflexkamera eine Lampe zu bauen. Ziel war eine Kamera mit einer Glühbirne an Stelle des Objektivs. Das kriege ich hin, dachte ich mir, und tatsächlich ist so eine stylische Kameralampe ziemlich einfach hergestellt und lässt sich für insgesamt ca. 20 Euro mit etwa einer Stunde Arbeit selber bauen. Ich habe mich dabei von den Spiegelreflexlampen der Lampenschmiede inspirieren lassen. Die sind aber noch um einiges komplexer und raffinierter gebaut. Wer keine Lust auf Selberbauen hat, sollte unbedingt mal in den DaWanda Shop schauen.Kameralampe DIY

Kamera-VorlageWas man braucht:

  • Alte analoge Spiegelreflexkamera mit einem recht geräumigen Gehäuse (in meinem Fall die Praktica MTL5 aus DDR-Produktion – ca. 7 Euro bei eBay in ‘defekt’ – macht nichts, fotografieren wollen wir damit ja nicht mehr)
  • Lampenfassung aus Messing E14
  • Anschlusskabel mit Schalter und Stecker (gibt es fertig montiert im Baumarkt)
  • Teilverspiegelte Glühbirne, 40 Watt, E14
  • Bohrmaschine oder Akkuschrauber mit Metallbohrer
  • Feinmechaniker-Schraubenzieher

Schritt 1: Die Kamera

Das Schwierigste an der Kamera war zunächst einmal die Gehäuserückseite aufzukriegen, das geht nämlich nur über einen clever versteckten Mechanismus. Wenn man den einmal gefunden hat (man muss einfach an dem rechtsseitigen Drehhebel ziehen), und die Klappe hinten offen ist, geht eigentlich alles ganz einfach. Zwischen Objektivöffnung und Rückseite des Gehäuses besteht eine durchgehende Verbindung, man muss einfach nur die Klappe hinter der Öffnung auf der Rückseite und den Spiegel davor hochdrücken, schon kann man von hinten nach vorne durchgucken. An der rückwärtigen Verschlussklappe ist eine Metallplatte befestigt, die man ganz einfach entfernen kann, dann bohrt man mit einem Metallbohrer ein Loch durch die rückwärtige Klappe. Mehr Vorbereitung an der Kamera braucht es nicht.

Loch-für-Kabel

Schritt 2: Fassung einbauen

Das Anschlusskabel führt man von hinten durch das gerade gebohrte Loch, durch die Lichtklappe und am Spiegel vorbei nach vorne durch die Kamera hindurch. Dann schließt man die Fassung an. Das ist, wenn man die Fassung einmal auseinander gebaut hat, sehr einfach und selbsterklärend. Man hat am Kabel zwei Litzen (einzelne Kabelstränge) und an der Fassung genau zwei Anschlüsse an denen man die Litzen befestigt. Ich habe tatsächlich ein zweilitziges Kabel genommen. Da es sich um ein Metallgehäuse handelt, sollte man aber eigentlich ein dreilitziges mit Erdung verwenden, das ist sicherer. Dann schraubt man die Fassung wieder zusammen. Mit den Fingern klappt man von hinten den Spiegel und die Lichtklappe nach oben und drückt von der anderen Seite die Fassung in die Kamera. Die passt bei diesem Kameratypen so genau, dass man nicht mal mehr Kleber braucht. Nur etwas vorsichtig dosierte Gewalt ist nötig. Man richtet die Fassung mittig aus und schraubt dann den Außenring drauf, der eigentlich für den Lampenschirm gedacht ist, in diesem Fall aber die Fassung sehr schön mittig in der Kameraöffnung hält. Nun noch die Glühbirne reinschrauben, einsteckeln und fertig. Aber Vorsicht! Elektroarbeiten bergen auch immer ein gewisses Risiko, wenn man sie selber ausführt, daher ist stets Vorsicht geboten. Wenn man sich nicht sicher ist, lieber einen Elektriker aufsuchen oder wen anders, der sich damit auskennt.

Kabel-vorne-durchFassung-drin-rueckseiteFasung-drin

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